„Denkwürdige“ Frauen aus Krems
Die Raumforscherinnen haben sich auf die Suche nach Frauen aus Krems gemacht, an die im öffentlichen Raum in Krems  durch Straßennamen oder Gedenktafeln erinnert wird. Sie sind erst bei genauerem Hinsehen fündig geworden: Im Kremser Stadtraum waren 2017 fünf Straßen nach Frauen benannt. Offensichtlich sind mehr Straßen einem Josef gewidmet, als einer  Frau!
Dann gibt es mit dem Simandlbrunnen ein – fragwürdiges – Denkmal, das eine anonyme Frau in den Mittelpunkt stellt und vier Gedenktafeln für Frauen, zwei davon als Mutter oder Großmutter bedeutender Männer.
Auch in der Kremser Lokalgeschichte sieht es nicht viel besser aus. Frauen werden in Kremser Lokalgeschichtsbüchern kaum mit individuellen Leistungen genannt. In die Publikation von Hans Frühwirth „Ihre Liebe galt Krems. 100 Kremser Persönlichkeiten von Gozzo bis Wilhelm (Kulturamt Krems, 1997) sind vier Frauen aufgenommen – zwei davon als Ehefrauen bedeutender Männer.

Daher startete das Projekt DenkMAL!DenkWÜRDIG?! KremserInnen suchen ihre denkwürdigen Frauen (Leitung: Martina Scherz) 2018 mit dem Aufruf,  sich an „denkwürdige“ Kremserinnen zu erinnern, sie zu recherchieren und Wissenswertes über sie einzusenden. Über Zusendungen und eine wissenschaftliche Begleitforschung von Edith Blaschitz wurden im Projekt zunächst über 70 „denkwürdige Frauen aus Krems und Umgebung gefunden, deren Geschichten und Leistungen so relevant sind, sodass sie auch Spuren in unserer Geschichte und im öffentlichen Raum von Krems hinterlassen sollten. Es entstand eine erste Sammlung unterschiedlichster Geschichten und Lebenswege „denkwürdiger Frauen aus verschiedenen Jahrzehnten und Jahrhunderten und aus verschiedensten Lebensbereichen.

Fortsetzung folgt … Ausstellung „Wo sind sie geblieben? Die Frauen von Krems“
Die Suche nach Frauenbiografien und -geschichte wurde für die Ausstellung „Wo sind sie geblieben? Die Frauen von Krems“ (Konzept u. wissenschaftliche Leitung: Edith Blaschitz und Martina Scherz) im museumkrems 2021 fortgesetzt.  Hier wurden nicht nur Frauen aufgenommen, die sich durch besondere Leistungen hervorgetan haben, sondern auch aus unterschiedlichen Gründen historisch relevant waren oder eine öffentliche Wahrnehmung erhielten. Bislang wurden nun insgesamt  116 Frauen gefunden, deren Biografien gesammelt oder neu geschrieben. Zudem wurden Informationen zu  106 jüdischen Frauen  zusammengetragen und recherchiert, die aus Krems vertrieben wurden, flüchten konnten oder ermordet wurden. Manche Biografien sind nur bruchstückhaft, sollten Sie daran weiterarbeiten wollen oder weitere Informationen haben, kontaktieren Sie uns!

Es tut sich was …..
Mittlerweile wurden mit der Margarethe Deißenberger-Gasse und dem Therese Mahrer-Park zwei weitere Frauen im Kremser Straßenraum sichtbar. Im März 2021 wurde die Maria Grengg-Gasse in Margarete Schörl-Gasse umbenannt.

Kennen auch Sie eine bereits verstorbene „denkwürdige“ Frau, an die auch öffentlich erinnert werden sollte und die zumindest zeitweilig in Krems oder Umgebung lebte? Hier  haben Sie die Möglichkeit zur Nennung!

Die Aktionsreihe RAUMFORSCHERINNEN wurde gefördert von: