Gabriele Murad-Michalkowski
Malerin, Grafikerin

Geb. Schloss Littenschitz, Mähren (Litenčice, Tschechien), 4.5.1877, gest. Wien, 21.10.1963.  Tochter des Oberst Eduard von Michalkowski(1) und dessen Gattin Baronin Gabriele Podstatsky-Prussinowitz.  Schwester von Emma von Machalkowski. Seit 26.2.1900 verheiratet mit dem Ministerialrat Dr. Gaston Murad (einem Sohn des als Dramatiker bekannten Kaiserl. Ottoman. Gesandten Murad Efendi), lebte ein halbes Jahr in Süddalmatien, vier Jahre in Brünn und seit 1904 in Wien. Vier Kinder entstammten der Ehe: Zdenka, Dr. Franz René, Anatol und Gabriele.
Ausbildung: Im Elternhaus zu Krems an der Donau unter Wilhelm Gause in der Malerei unterrichtet.
Laufbahn: Landschafts- und Genremalerin sowie Lithografin und Grafikerin. Besonders geschätzt waren ihre architektonischen Zeichnungen von Wien, Niederösterreich und Mähren, sowie ihre Interieur-Motive. Mit siebzehn Jahren zeichnete G.. M. das Schreibzimmer der Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach (und zwei Jahre später wiederholt) mit einer solchen Begabung, dass sich ihr Talent schon damals zeigte. Sie stellte bereits 18-jährig (im Jahre 1896) ihr erstes Ölbild „Aus Feld und Wald“ im Wiener Künstlerhaus aus. Bald wurde sie eine Künstlerin von internationalem Ruf, deren Werke in diversen Museen und Sammlungen vertreten waren. Später wandte sie sich der Graphik zu, vor allem als Zeichnerin. Ab 1921 erlernte sie die Radiertechnik bei Maria Augustin. Besonders geschätzt als Zeichnerin, schuf sie neben Illustrationen Radierungen, Lithographen und Exlibris. Ausstellungsbeteiligung in Wien, München, Berlin, Hamburg, Petersburg. Gründungsmitglied und Vize-Präsidentin (1923–1928) der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs, Organisation und Beteiligung an deren Ausstellungen (Arbeitsausschuss-Mitglied). Das Ziel der neuen Vereinigung war, die Arbeiten ihrer Mitglieder vorzuführen und dadurch das Interesse der künstlerisch tätigen Frauen zu heben. Mitgliedschaft und Beteilung an deren Ausstellungen während der Umbenennung der VBKÖ als Vereinigung Bildender Künstlerinnen der Reichsgaue der Ostmark im Großdeutschen Reich.

Ausstellungen: 1919 Winter-Ausstellung im Wiener Künstlerhaus: „Beethovenhaus in Nussdorf“, „Portal des Palais Liechtenstein am Minoritenplatz“, „Mölkerbastei in Wien; „Blühen der Apfelbaum“ (Glaspalast München. 1921 Künstlerhaus 1921 „Wachauer Hof“, „Rubengasse in Krems“ (Zeichnungen). VBKÖ Ausstellungen: Katalog der XXXVII. Ausstellung der Vereinigung Bildender Künstler Österreichs, Wien. I. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs. „Die Kunst der Frau“. Wien 1910. Katalog der II. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs, Hagenbund [September–Oktober 1911]. Wien 1911. Katalog der dritten Ausstellung der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreich. Wien 1912. Katalog der fünften Ausstellung der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs [I. Maysedergasse 2, Jänner–Februar 1914]. 1914 Ausstellung „Vereinigte Künstlerinnen der Wachau“ (1); VII. Ausstellung [I. Maysedergasse 2, 4. Jänner–4. Februar 1917] Wien 1917. Katalog der Kollektivaustellung der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs. Wien 1921. XI. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs [Wien I., Zedlitzgasse 6, 4. November–2. Dezember 1923]. XII. Jahresausstellung der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs [Hagenbund Januar 1925]. Wien 1925. XIII. Jahresausstellung der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs [Hagenbund Februar 1926]. Wien 1926. XIV. Jahresausstellung der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs [Hagenbund November 1927]. Wien 1927. XV. Jahresausstellung der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs [Glaspalast Burggarten September–Oktober 1929]. Wien 1929. Zwei Jahrhunderte Kunst der Frau in Österreich: Jubiläums Ausstellung der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs [Hagenbund 26.Mai– 9. Juni 1930]. Wien 1930. 25 Jahre Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs: Jubiläums Ausstellung „Heimat und Fremde“ [Hagenbund Oktober–November 1936]. Wien 1936. Zweite Jahresausstellung 1942 der Vereinigung der bildender Künstlerinnen der Reichsgaue der Ostmark [Mit einer Kollektion aus dem Nachlass Prof. Marie Egner Wiener Kunsthalle. 6. Juni bis 12. Juli 1942]. Wien 1942.

Ausz., Mitglsch.: Mitglied der Kunstvereine in Mähren und Kärnten, Mitglied des Vereines für christliche Kunst, Vorstandsmitglied (ab 1910) der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs, Vize-Präsidentin 1923 –1928. Im Jahre 1917 kaufte die Stadt Wien ihre zwei Werke „Schreibzimmer der Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach“ (Zeichnung) und „Sterbezimmer der Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach“ (Tempera) für deren Sammlungen (Kaufpreis 600 u. 800 kr).

Entnommen:
BiografiA (Hg. Ilse Korotin): Lexikon österreichischer Frauen. Wien, u.a. 2016, Megan Brandow-Faller (Österreichische Galerie Belvedere Archiv (Nachlass R. Schmidt), Archiv der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs. L.: Alt-Wiener Kalendar für 1922, S. 164 (Abb. Arbeitszimmer Ebner-Eschenbach), Ankwicz-Kleehoven 1922, 1923, Emödi/Teichl 1937, Fuchs 1972, Kuzmany 1910, 1911, Leisching 1902, Plener 1929, Seligmann 1910, 1910a, 1927, 1930, Singer 1906, Zifferer 1910).

Fussnote:
(1) Siehe ergänzende Infos bei Emma von Michalkowski

 

Gabriele Murad-Michalkowski