Josefa (Josefine) Mazza
Stickerin, Gemeinderätin

Tochter von Maria und Franz Bogner, Kleinbauern in Landersdorf (Rohrendorf bei Krems). Heirat mit dem Steinmetz Alois Mazza, Stickerin. Zog mit der Familie von Herzogenburg nach Krems, Mutter von Leopoldine Puhl. Sie war laut den Erzählungen ihrer Tochter lange die Familienernährerin, während ihr Ehemann zu Hause war. Im Oktober 1919 kam sie  als Sozialdemokratin in den Kremser Gemeinderat nachdem Josef Kramer sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte (zuständig für: Ausschuss für Sicherheitswesen, Ausschuss für Sanitätsfragen, Ausschuss für Wirtschaftssachen). Damit gehörte sie neben den

Sozialdemokratinnen Marie Rausch, Ottilie Matula und der christlich-sozialen Anna Holzer zu den ersten Kremser Gemeinderätinnen der Ersten Republik. Sie wurde während der Februaraufstände 1934 verhaftet und erlitt einen Schlaganfall im Gefängnis. Gestorben 1950 in Krems.

Josefine Mazza mit anderen sozialdemokratischen Funktionären, 1924 (sitzend, 2. von rechts, aus: Franz Fux: Der Aufstieg einer Klasse. Geschichte der Arbeiterbewegung des Bezirkes Krems. Wien 1990, S. VI)
Postkarte an die Geschäftsadresse von J. Mazza (Privat, Sammlung Mahrer)

Quellen:
Taufbuch Herzogenburg 1907; Biografisches Interview Leopoldine Puhl mit Robert Streibel, Krems 1985 (freundlicherweise zur Verfügung gestellt von R. Streibel 2020); Information Stadtarchiv Krems (Recherche Eva Richter-Mahrer).

Josefa (Josefine) Mazza
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