Inge-Maria Grimm-Hasslinger (auch: Inge-Maria Grimm)
Schauspielerin, Radiosprecherin und -autorin, Schriftstellerin

Geboren als Inge-Maria Grimm am 3.9.1921  in Krems, wo ihre Großmutter lebte. Urgroßnichte der Gebrüder Jakob und Wilhelm Grimm. 1949 Heirat mit Hubert Hasslinger, Journalist und niederösterreichischer Landeskulturreferent, zwei Kinder.
Inga-Maria Grimm wuchs im deutschen Prager Großbürgertum auf, begann nach der Matura 1939 ein Studium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Prag und war als freie Schriftstellerin, Schauspielerin und Märchenerzählerin tätig.
1945 wurde die Familie vertrieben und verlor ihren Besitz. Inge-Maria Grimm kam 1945 nach Krems, wo sie – zunächst unter sehr prekären Bedingungen – bis 1956 lebte. Sie begann als Sprecherin der österreichischen Rundfundgesellschaft RAVAG (später ORF) zu arbeiten. Später  schrieb sie Radiosendereihen und Hörspiele und war 28 Jahre lang bei Radio Wien tätig. Sie spezialisierte sich auf  Kindersendungen. 1955 ging in der RAVAG erstmals „Das Traummännlein kommt“ auf Sendung, das von Marga Frank und Inge-Maria Grimm-Hasslinger entwickelt worden war. Die Gutenachtgeschichte für Kinder wurde bis 1995 im ORF gesendet. Die Kindersendereihe „Seid mucksmäuschen still!“ wurde ebenfalls von Inge-Maria Grimm-Hasslinger entwickelt.
Sie schrieb über 50 Kinderbücher und über 200 Hörspiele und trat für die Erhaltung der Kunst des Märchenerzählens für Kinder ein. Auch als Übersetzerin aus dem Tschechischen tätig. In späteren Jahren schrieb sie  vermehrt für Erwachsene. Entstanden sind Novellen, Erzählungen und Gedichte. Gestorben 2018 in Wien.
Auszeichnungen: 2000 Kulturpreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft; 2009 Deutsches Bundesverdienstkreuz am Bande.

Werke u.a.: Jörgl, Sepp und Poldl (1951), Kasperl in der Gespenstermühle. Ein lustiges Spiel in 3 Akten (1959), Florian Zipfelmütz, der kühne Gartenzwerg (1962), Sieben liebe Freunde (1964), Die alte Mühle. Eine Geschichte vom Koboldsee (1977), Geschichten vom Koboldsee (1978), Rosalinde Katzenschwanz (1979), Die Stadtmaus (1987), Katrins Schneemann (1990), Hexenbesen und Geisterspaß. Geschichten für Mutige (1994). Herr Wodak und die Träume. Eine Geschichte von der Kampa (2007), Schattenwege (2007).

Quellen:
 Konrad Feilchenfeldt: Deutsches Literatur-Lexikon – das 20. Jahrhundert; Band XIV, S. 458; Blumesberger, Susanne: Handbuch der österreichischen Kinder- und Jugendbuchautorinnen, Band 1 (2014), S. 381f ; https://de.wikipedia.org/wiki/Inge_Maria_Grimm; Ilse Korotin (Hg): BiografiA: Lexikon österreichischer Frauen. Wien, u.a. 2016 (L.: Binder 1968, Binder 1982, Binder/Ruiss 1995, Bruckmann 2001, Giebisch/Guggitz 1964, Hladej 1968, Internationales Institut für Jugendliteratur und Leseforschung 1994, Internationales Institut für Jugendliteratur und Leseforschung 1999, Ruiss 1997, Stock 1995, www.aeiou.at), https://oe1.orf.at/artikel/214754/Jedem-seine-Traeume.

 

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