Imma von Bodmershof (auch: Ehrenfels v. Bodmershof)
Schriftstellerin, Gutsbesitzerin

(Foto: 
Dokumentationsstelle für Literatur in NÖ)

Geb. Graz, Stmk., 10.8.1895, als Emma Lilly Isolde von Ehrenfels, gest. Gföhl, NÖ, 26.8.1982. Vater: Christian Julius Freiherr von Ehrenfels (1859 –1932), Philosoph, Begründer der Gestalttheorie; Mutter: Emma Maria Anna von Ehrenfels, geb. André, verw. von Hartmann. Bruder: Rolf, geb. 1901.
Ausbildungen: Studierte an den Universitäten Prag und München Kunstgeschichte, Philosophie und Graphologie.
1913 mit Norbert von Hellingrath verlobt, der 1916 vor Verdun fällt. Heiratete 1924 Dr. Wilhelm Bodmershof, Volkswirt und Autor, starb 1970.
Freundschaften: Gehörte zeitweise zum Kreis von Norbert von Hellingrath und Stefan George, sowie mit Rainer Maria Rilke. 1959 –1979 Briefwechsel mit Martin Heidegger.
Laufbahn: Verbrachte ihre Jugend auf dem Schloss ihres Vaters im österreichischen Waldviertel, kommt mit mehreren Dichtern in Kontakt, übernahm auf väterlichen Wunsch die Führung des landwirtschaftlichen Gutes Rastbach. Sie begann erst relativ spät zu schreiben. Ab 1937 erschienen von Zeit zu Zeit Romane von ihr. Ihre Erzählungen und Romane sind stark traditions- und heimatverbunden. Sie erinnern zum Teil an den Schreibstil von Adalbert Stifter. Berühmt sind heute vor allem ihre Haiku-Gedichte, die sie in der deutschen Literatur heimisch machte. B. führte ein offenes Haus.
Wirkung: Schrieb vor allem Romane und Erzählungen mit starker Traditions- und Heimatverbundenheit. „Man könnte Imma Bodmershof fast beneiden, dass sie Erde, Himmel, Luft und Wolken, Tag und Nacht, aber auch Mann und Weib, was eben alles zu unserem Leben gehört, so zu erleben versteht.“ (Salzburger Nachrichten, Umschlag zu „Die Rosse des Urban Roithner“, 1950).
Ausz.: 1959 Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur, 1965 Kulturpreis des Landes Niederösterreich, 1969 Preis der Stadt Wien für Literatur und Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft Erster Klasse, Ehrenbürgerin von Rastbach.

Werke: „Der zweite Sommer“ (1937), „Die Stadt in Flandern“ (1939; 1952 unter „Das verlorene Meer“), „Begegnungen im Frühling. Erzählung“ (1942), „Die Rosse des Urban Roithner. Roman“ (1950), „Solange es Tag ist“ (1953), „Sieben Handvoll Salz. Roman“ (1958), „Die Bartabnahme. Erzählung“ (1965, 1966 unter „ Ibarras Bartabnahme“), „Unter acht Winden“ (1962), „Haiku“ (1962), „Sonnenuhr. Haiku“ (1970), „Mohn und Granit vom Waldviertel“ (1976), „Im fremden Garten. 99 Haiku“ (1979), „Wo die Träume wohnen. Das Waldviertel“ (1997), „Pieger, Bruno (Hg.): Briefwechsel 1959–1976. Martin Heidegger – Imma von Bodmershof“ (2000).

Entnommen:
Ilse Korotin (Hg): BiografiA: Lexikon österreichischer Frauen. Wien, u.a. 2016, Susanne Blumesberger (Tagblattarchiv (Personenmappe); DB NS-Lit. Graz, der Nachlass wurde 1982 laut einer testamentarischen Verfügung dem Schillerarchiv in Marbach am Neckar übertragen. Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek., L.: Ackerl/Weissensteiner 1992, Bruckmann 2001, Hall/Renner 1992, Czeike Bd. 1 2004, Festschrift Bodmershof 1995, Heller 2008, Schmid-Bortenschlager/Schnedl-Bubenicek 1982, Wedel 2010, Willens 1988, www.munzinger.de, www.onb.ac.at/ariadne/)

 

Imma von Bodmershof
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