Christa Hauer-Fruhmann
Malerin und Bildhauerin

Geboren am 13.3.1925 in Wien, Tochter von Sophie Hauer (geb. Helling) und dem Maler Leopold Hauer (1896–1984), Enkelin des Kunstsammlers Franz Hauer. 1939 bis 1941 an der Kunstgewerbeschule, 1941 bis 1947 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Herbert Dimmel, Carl Fahringer und Kurt Wotruba. 1953–1960 hielt sich Christa Hauer vorwiegend in den USA (Chicago) auf. 1957 Heirat mit dem Maler Johann Fruhmann (1928–1985). Auf Anregung ihres Vaters gründeten sie und ihr Mann nach der Rückkehr aus den USA  1960 in Wien die „Galerie im Griechenbeisl“ (bis 1971). Künstler*innen wie Karl Prantl, Christian Ludwig Attersee oder Martha Jungwirth hatten hier ihre ersten Wiener Präsentationen. Christa Hauer-Fruhmann leitete und organisierte zudem von 1964–1968 das Symposion Europäischer Bildhauer in St. Margarethen im Burgenland.
Ein besonderes Anliegen war ihr die Förderung und Sichtbarmachung von Frauenkunst. Als 1975 anlässlich des internationalen Jahres der Frau eine Frauenausstellung im Wiener Völkerkundemuseum stattfinden sollte, die mit einer rein männlichen Jury besetzt war und zu der nach intransparenten Kriterien eingeladen wurde, protestierten sie und weitere Künstlerinnen öffentlich dagegen. 46 der ausgewählten 85 Frauen zogen schlußendlich ihre Beteiligung zurück. In der Folge unterbreiteten Christa Hauer-Fruhmann und Angelika Kaufmann dem für Kunst zuständigen Unterrichtsminister Fred Sinowatz Vorschläge zur Verbesserung  der Situation von bildenden Künstlerinnen auf sozialem und künstlerischem Gebiet. Da diese unbeachtet blieben, folgte 1977 die Gründung der feministischen Interessensvertretung IntAkt (Internationale Aktionsgemeinschaft bildender Künstlerinnen), Christa Hauer-Fruhmann war Gründungsmitglied und Obfrau. IntAkt formulierte ihre Forderung nach einer gleichberechtigten Behandlung von Künstlerinnen in einem „Femi-fest“ und setzte sich u.a. dafür ein, dass Maria Lassnig als erste Frau eine Professur an einer österreichischen Kunsthochschule bekam. Gemeinsam wurden auch feministische Aktionen wie „Leintücher – Künstlinge & Findlinge“ in Lengenfeld und weiteren Orten veranstaltet. Auf Leintüchern wurden hier Tabuthemen wie Geburt, Sexualität und Geburt thematisiert.
2003 initiierte Christa Hauer-Fruhmann die Ausstellung  „Mimosen, Rosen, Herbstzeitlosen“, die 2003 in der Kunsthalle Krems erstmals das Werk von österreichischen  Künstlerinnen der vergangenen fünf Jahrzehnte versammelte. Zudem engagierte sie sich für weitere gesellschaftspolitische Anliegen und protestierte gegen Atomkraft, Umweltzerstörung und Krieg.
Christa Hauer-Fruhmann war eine geschickte Netzwerkerin, Veranstaltungsorganisatorin und Kommunikatorin. 1970 hatte sie gemeinsam mit ihrem Mann das Schloss Lengenfeld (Lengenfeld, Bezirk Krems) erworben, das sie nach der Revitalisierung für Ausstellungen, Aktionen und Feste nützten. Man war bemüht, auch die Bevölkerung von Lengenfeld zu interessieren und einzubeziehen. So wurden Feste, Faschingsumzüge oder Puppentheater veranstaltet. 1973 bis 1977 Ortsbildgestaltung mit dem Architekten Günther Feuerstein und Studierenden.

Künstlerisch stand Christa Hauer-Fruhmann anfänglich unter dem künstlerischen Einfluss ihres Vaters, ab 1960 prägten die Techniken des Action Painting ihre Malerei, dann kosmische Formen und zuletzt eine Hinwendung zur Natur. Zahlreiche nationale und internationale Ausstellungen. Ihre Werke sind im Besitz der Albertina, Wien und der Niederösterreichischen Landesgalerie, Krems. Christa Hauer-Fruhmann starb am 21.3.2013 in St. Pölten.
(Edith Blaschitz)

Mitgliedschaften und Funktionen:
1977 Gründungsmitglied IntAkt; 1979 bis 1983 Präsidentin des BVÖ (Berufsverband bildender Künstler Österreichs), 1981 Organisation der „1. Gipfelkonferenz aller österr. Künstlervereinigungen“, Mitbegründerin der BUKO (Bundeskonferenz der bildenden Künstler Österreichs), 1983 bis 1992 Delegierte des österr. Nationalkomitees der IAA/AIAP (International Association of Art), 1987 Organisation des Europatreffens der IAA/AIAP in Wien, Mitglied der Gruppe 77, der Wiener Secession und der Galerie Stadtpark in Krems.

Auszeichnungen:
Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, 1997 Würdigungspreis des Landes Niederösterreich.

Quellen:
Borchhardt-Birbaumer, Brigitte: Femi- statt Manifest. Christa Hauer als Kulturpolitikerin. In: Alexandra Schantl (Hrsg.). Ausnahmefrauen. Christa Hauer, Hildegard Joos, Susanne Wenger. Weitra: Bibliothek der Provinz 2014; S. 7-17; Korotin, Ilse (Hg): BiografiA: Lexikon österreichischer Frauen. Wien, u.a. 2016; Künstlerinnen – Positionen 1945 bis heute. Mimosen – Rosen – Herbstzeitlosen. Hrsg. von: Freunde der Kunstmeile Krems. Krems 2003, S. 12-19;  https://de.wikipedia.org/wiki/Christa_Hauer-Fruhmann.

Christa Hauer-Fruhmann